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Besichtigungen
am 14. Mai: St. Anna, Teich Betesda, Ecce-Homo, Lithostrotos.
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St. Anna und Teich Betesda
Nahe
beim Löwentor (oder Stephanstor) gelegen ist die St.-Anna-Kirche. Um sie zu
erreichen, überquert man den Hof des Klosters der Weißen Väter. Die
romanische Kirche, die von einem erkennbaren frühgotischen Einfluss
geprägt ist, hat eine wunderbare Akustik.
Unmittelbar
dahinter liegen die Ausgrabungen des Teichs Betesda. Das hebräische Wort Betesda
(bet hesda) bedeutet "Stätte der Barmherzigkeit".
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Die
St.-Anna-Kirche ist der Geburt Marias geweiht. Hier soll nach
christlicher und auch islamischer Tradition das Haus von Anna und
Jojakim (Joachim), der Eltern der Gottesmutter, gestanden haben. Das
Gotteshaus zählt zu den besterhaltenen Kreuzfahrerkirchen im Heiligen
Land, was seiner fast 700-jährigen Verwendung als Moschee zu verdanken
ist. Es gilt zugleich als typisches Beispiel der sakralen
Kreuzfahrerarchitektur, von romanischer Wucht und Strenge mit ersten
frühgotischen Einflüssen. Die St.-Anna-Kirche wurde vor 1150 von der
Königin Alda, der Witwe Balduins I., erbaut, die sich anschließend in
das benachbarte Benediktinerinnenkloster zurückzog. |
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Neben
der Annenkirche ist die Ausgrabungszone am Teich Betesda zu besichtigen.
Hier heilte Jesus einen Gelähmten (Joh 5,1-18). Bei dem Teich Betesda
handelte es sich um eine riesige, trapezförmige Doppelzisterne, 7-8 m
tief in den Felsen gehauen, etwa 120 m lang und bis zu 60 m breit, mit
einer Oberfläche von insgesamt mehr als 5.000 m2. Sie
sammelte das Regenwasser des Bezetatales und der umliegenden Abhänge.
Man nannte die Zisterne auch Schafteich, weil sie in der Nähe des
Schaftores außerhalb der damaligen Stadtmauer lag und weil hier die
Opferschafe für den Tempelkult zusammengetrieben wurden. |
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Im
Zusammenhang mit dem Neubau des Tempels ließ Herodes der Große (37-4
v. Chr.) auch die Doppelzisterne prunkvoll ausgestalten. Vier fast 8,5 m
hohe Säulenhallen umgaben die Anlage, eine Fünfte stand quer über dem
Teich auf der Trennmauer der beiden Zisternen. In der Querhalle
versammelten sich die Kranken, weil das Wasser als heilkräftig galt.
Barmherzige Mitbürger versorgten sie hier. Ein
raffiniert angelegtes Netz von Kanälen regulierte die Zu- und Ableitung
des Wassers, stellte die Verbindung zwischen beiden Zisternen und zum
Tempelplatz her und sorgte dafür, dass ein bestimmter Wasserstand nie
überschritten wurde. Östlich des Teiches erstreckt sich ein
Höhlensystem, das schon in hellenistischer Zeit als Kult- und
Heilstätte diente. Im Bild zu sehen ist ein Stützpfeiler für die
einst über der Zisterne erbaute byzantinische Basilika. |
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Ecce-Homo und Lithostrotos
Von der Burg Antonia bis zur Grabeskirche verläuft der Kreuzesweg Christi mit
seinen 14 Leidensstationen (via dolorosa). Bei der zweiten Station:
"Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern" durchquert die Via
Dolorosa einen römischen Bogen, von dessen Fenster aus Pilatus sein
berühmtes "Ecce homo!" (Seht, was für ein Mensch!) anlässlich der
Geißelung Jesu gesprochen haben soll. Freilich ist der Bogen erst 100 Jahre
später durch Kaiser Hadrian gebaut worden, als Jerusalem aus seinen Trümmern
neu erstand.
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Der
ursprünglich dreifache Bogen gehörte zum Osttor der hadrianischen
"Aelia Capitolina". (Der römische Kaiser weihte Jerusalem dem
Jupiter vom Capitol und verpasste ihr deshalb diesen Namen, um sie dem jüdischen Andenken zu entreißen.) Sichtbar ist heute nur mehr der Mittelbogen; der
südliche ist weitgehend zerstört, der nördliche ist gut erhalten und
wurde in den Chorraum der Ecce-Homo-Basilika integriert. |
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Die
Krypta der Ecce-Homo-Basilika zeigt den Lithostrotos, das alte
Steinpflaster, das nach der christlichen Tradition dem Hof der Antonia
zugeordnet wird, wo Pilatus das Urteil über Jesus gesprochen haben soll
(vgl. Joh 19,13). Nach neueren Erkenntnissen jedoch ist es erst in
hadrianischer Zeit (2. Jh.) entstanden und lag wohl außerhalb der Festung. |
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Auf
einigen Platten sind Spielfelder eingeritzt, an denen sich die
römischen Wachposten der "Aelia Capitolina" die Zeit vertrieben. |
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