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Wunderbare
Eindrücke am 13. Mai: Ölberg, Tempelberg (Haram), Grabeskirche,
Abendmahlssaal,
Grab Davids, Dormitio.
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Ölberg Der
östlich des Tempelbergs gelegene Ölberg ist Teil einer nordsüdlich
verlaufenden Hügelkette, die im Norden mit dem Skopus (819 m) beginnt, den
809 m hohen Ölberg mit der Himmelfahrtskuppe erreicht und schließlich im
Süden mit dem 744 m hohen Berg des Ärgernisses ausläuft. Die
Himmelfahrtskuppe ragt etwa 120 m über das Kidrontal und 65 m über den
Tempelberg hinaus. Der Ölberg oder Berg der Ölbäume hat seinen Namen von
den uralten Olivenhainen, die zum Teil noch heute bestehen.
Er zählt zu den heiligsten Stätten der Christen und Juden. Im Garten
Getsemani am Fuß des Ölberges hielt sich Jesus mit den Jüngern häufiger auf,
hier wurde er am Tag vor seinem Kreuzestod verhaftet. Vom Gipfel des Berges
fuhr der Auferstandene zum Himmel. Die Juden haben am Westhang ihre älteste
und größte Begräbnisstätte.
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Blick
auf den Ölberg. Etwa in Bildmitte, am Fuße des Ölbergs, die
"Kirche der Nationen"; sie wurde durch Spenden vieler Nationen
finanziert. Sie wurde zum Gedenken an die Todesangst Jesu in der Nacht
vor seiner Kreuzigung erbaut. Ihr im islamischen Stil gehaltenes Dach
besteht aus 12 kleinen Kuppeln. Das begrünte Areal davor ist der Garten
Getsemani. Höher am Berg lässt sich die russisch-orthodoxe
Maria-Magdalenen-Kirche mit ihren weit leuchtenden sieben vergoldeten
Zwiebeltürmen ausmachen. |
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Sicht
vom Ölberg über das dort angelegte riesige jüdische Gräberfeld hinweg auf
Jerusalem. |
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Jenseits
der Straße zum Ölberg liegt der Garten
Getsemani (hebräisch Gat Schemanim = Ölkelter). Hier stand zur Zeit
Jesu ein Gehöft mit einer größeren Olivenplantage. Jesus dürfte den
Besitzer gekannt haben, denn dieser erlaubte es ihm, sich mit den
Jüngern in den Gärten aufzuhalten und die dort angesiedelte Grotte zu
benutzen. Im Garten stehen zwischen bunten Blumenbeeten einige uralte
Ölbäume, die vielleicht schon um 70 n. Chr., als Titus bei der
Belagerung Jerusalems alle Bäume im Umkreis von 20 km abholzen
ließ, aus den Wurzelstöcken der gefällten Bäume sprossten. |
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Der
traditionelle Weg vom Ölberg nach Jerusalem führt im Kidrontal am
sogenannten Grab des Abschalom vorbei. Das 15 m hohe Monument entstand
im 1. Jh. v. Chr. und weist eine Mischung verschiedener Stilrichtungen
auf, wie das in hellenistisch-römischer Zeit durchaus üblich war. Eine
Öffnung oberhalb des Kranzgesimses führt in eine kleine Grabkammer
hinab, die die Juden seit alters her Yad Abshalom nennen, weil sie hier
den Gedenkstein vermuten, den Abschalom, Davids Sohn, für sich
aufstellen ließ (vgl. 2 Sam 18,18). |
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Der Tempelberg (arabisch
Haram esh-Sharif = Erhabenes Heiligtum) ist eines der wichtigsten
touristischen Ziele Jerusalems. Hier befinden sich der einzigartige Felsendom
- das gold-gleißende Wahrzeichen der Heiligen Stadt über dem Altar Abrahams
und Davids, von dem aus Mohammed seine Himmelsreise antrat - und die
ehrwürdige Aqsa-Moschee, hier stand rund tausend Jahre lang der Tempel der
Juden, die Gottes Anwesenheit heute an der Westmauer verehren, hier finden
sich zahlreiche Spuren Jesu. Nirgendwo sonst sind die drei Weltreligionen auf
so engem Raum miteinander verbunden.
Nach jüdischer und auch islamischer Überlieferung war es der Berg Morija,
der heutige Tempelberg, auf dem Abraham seinen einzigen Sohn Isaak Gott als
Opfer darbringen sollte. Gott aber lehnte das Opfer ab (Gen 22). Nachdem
König David (um 1004-968) die Stämme Israels geeint und die Philister aus
dem Land gejagt hatte, eroberte er das jebusitische Jerusalem, um es zum
Mittelpunkt seines Reiches zu machen. Als dann eine Pestepidemie, die im Lande
70.000 Menschenleben forderte, Jerusalem verschonte, sagte der Prophet Gad zu
David: "Geh hinauf und errichte dem Herrn auf der Tenne des Jebusiters
Arauna einen Altar!" (2 Sam 24, 18). David kaufte dem Jebusiterkönig
Arauna den Hügel Morija für 50 Silberschekel ab und errichtete auf der
Tenne, dem Felsklotz unter dem heutigen Felsendom, wo sich vermutlich ein
uraltes kanaanitisches Höhenheiligtum befand, einen Altar, um Gott zu
versöhnen. Dann holte David unter dem Jubel des Volkes die Bundeslade von
Kirjat-Jearim nach Jerusalem. Die Bundeslade war das heiligste Kultgerät der
Israeliten, denn sie symbolisierte ihren Bund mit Jahwe, dem einzigen Gott.
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Wir
gehen durch das Misttor in die Altstadt hinein und begehen eine Rampe,
die durch das Maghrebinertor (Bab el-Maghariba = Westtor) auf den Haram
esh-Sharif führt. Von der Rampe aus hat man einen guten Blick auf die
Westmauer. Etwa 60 m südlich erkennt man in der Mauer einen 15,5 m
breiten Bogenansatz und im Ausgrabungsgelände davor
Gewölbekonstruktionen in derselben Breite. Hier führte eine mächtige
Freitreppe vom Tyropoiontal zur Königlichen Halle des herodianischen
Tempelplatzes empor. Der Bogen, dessen Spannweite 12 m betrug, wird
heute nach seinem Entdecker Robinsonbogen genannt. Zu sehen ist auch die
Südwestecke der herodianischen Mauer, die bis 19 m unter die heutige
Oberfläche reicht. Unter einer fast 4 m dicken Trümmerschicht, Relikt
der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n. Chr., stieß man auf die
Straße, die in herodianischer Zeit zum Doppelten Tor hinaufführte.
Diese Straße hat ganz sicher auch Jesus beschritten, als er zum Tempel
kam. |
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Dreht
man sich auf der Rampe um, so hat man einen wunderbaren Überblick über
den Teil der Westmauer, vor dem die Juden sich zum Gebet versammeln,
besonders wenn Sabbat ist, wie an diesem Tag. Links schließt sich an
die Klagemauer der Wilsonbogen an, den der englische Archäologe Charles
Wilson während seiner umfangreichen Untersuchungen in den Jahren
1867-1870 freilegte. Mit einer Spannweite von 12,8 m wölbte sich der
Bogen einst über das 23 m tiefer gelegene Tal. Er gehörte zu einem
Viadukt, der schon zur Zeit der Makkabäer die Oberstadt mit dem
Tempelberg verband. 63 v. Chr. brach man die Brücke ab, um Pompejus den
Zugang zum Tempelberg zu erschweren. Herodes baute sie wieder auf, weil
sie die Hauptverbindung zum Tempel darstellte. |
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Hier
scheint etwas Besonderes gefeiert zu werden. Ein Kamerateam filmt eine Gruppe
von Männern, die sich um eine prächtig verkleidete Torarolle scharen. Über die Geschlechtertrennwand hinweg schauen ein paar Frauen
der Szenerie zu. Die Männer tragen Kippa (Kopfbedeckung), Gebetsschal
und eine Stirnkapsel mit Abschnitten aus dem Schema-Gebet (vgl. Dtn
6,4-8). |
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Der
Felsendom (Qubbet es-Sakhra), das prächtigste Bauwerk Jerusalems und
einer der schönsten Kuppelbauten der Welt, beherrscht den gesamten
Tempelplatz. Der islamische Schrein wölbt sich behütend über dem
Altar Abrahams und Davids, über der Stätte der Himmelsreise Mohammeds.
Beim Felsendom handelt es sich nicht um eine Moschee, sondern um ein
allgemeines Heiligtum, in dem jedermann beten darf, in dem aber kein
öffentlicher Gottesdienst stattfindet. - Mohammed war der Legende nach
auf seinem Pferd Buraq von Medina nach Jerusalem geritten, um vom Felsen
Moria aus seine nächtliche Himmelsreise anzutreten. Dieser Reise des
Propheten weihte der Kalif Abd el-Malik den Schrein, den er 687-691 mit
Hilfe byzantinischer Baumeister und arabischer Künstler über dem
Heiligen Felsen errichten ließ. |
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Die Grabeskirche, auch
kurz Anastasis (griech. Auferstehung) genannt, stellt das Hauptheiligtum der
Christen dar, das den Golgotafelsen, die Stätte der Kreuzigung, und das leere
Grab des Auferstandenen umschließt. Sie ist in dem Häuser- und Gassengewirr
der Jerusalemer Altstadt trotz ihrer Größe nicht leicht zu finden, und wenn
man endlich vor ihr steht, wird man etwas enttäuscht sein, weil man wegen der
vielen Anbauten nur wenig von dem noch immer herrlichen Bauwerk sieht. Fast
jede christliche Konfession drängte so nahe wie möglich an Golgota und das
Grab, und so entstand im Laufe der Jahrhunderte außerhalb wie innerhalb der
Grabeskirche ein verwirrendes Konglomerat von Kapellen, Klöstern und
Altären.
Die vielen christlichen Konfessionen rangelten lange um einen möglichst
großen Anteil an dem wichtigsten Heiligtum der Christenheit, um in der Nähe
der Kreuzigungsstätte und des Grabes Jesu ihre Liturgie feiern zu können. In
der Vergangenheit veränderten sich die Besitzverhältnisse immer wieder,
wobei es häufig zu gegenseitigen Störungen und heftigen Streitigkeiten kam.
Deshalb verkündete die türkische Regierung im Jahre 1852 das "Gesetz
des Status quo", das die damals herrschenden Besitzverhältnisse
festschrieb und fortan als Norm für jede Regierungsentscheidung bei
Meinungsverschiedenheiten galt. Diese Status-quo-Regelung, die die Lateiner
den Griechen gegenüber benachteiligt, hat auch der Staat Israel übernommen:
Die Grabeskirche als Bauwerk ist gemeinsamer Besitz der Griechen, Armenier und
Lateiner; den Kopten, Syrern und Äthiopiern gehören lediglich einzelne
Kapellen bzw. Bereiche. Simultane Stätten der Griechen, Armenier und Lateiner
sind die Rotunde mit der Grabkapelle und der Salbungsstein. Das Gesetz des
Status quo betrifft auch die Liturgiefeiern, deren Beginn und Ende genau
festgelegt wurden, um gegenseitige Störungen zu vermeiden. Neue
Feierlichkeiten dürfen nicht mehr eingeführt werden. Zu den
Griechisch-Orthodoxen zählen übrigens nur die Gruppen, die den vier alten
orientalischen Patriarchaten Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien und
Jerusalem unterstehen, nicht dagegen z. B. die russischen und bulgarischen
Orthodoxen.
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Wer
die Grabeskirche zum ersten Mal betritt, wird sich in dem Labyrinth von
über- und aneinandergebauten Kirchen und Kapellen kaum zurechtfinden,
wird verwundert sein über das scheinbare Chaos von Altären, Ampeln und
Ikonen. Erst allmählich offenbaren sich Schönheit und Reife des
traditionsreichen Baus. |
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In
der Mitte der Grabrotunde steht die 8,3 m lange, 5,9 m breite und 5,9 m
hohe Grabkapelle, die XIV. Station des Kreuzweges, die Stätte des
Grabes und der Auferstehung Christi. Sie wurde 1810 von dem Kaiserlichen
Baumeister Kalfa Komnenos von Mytilene im türkischen Rokokostil erbaut.
Das von schweren Leuchtern flankierte Portal bleibt immer geöffnet,
ausgenommen in der Zeit von Karfreitagnachmittag bis zur Osternacht. Der
3,4 m lange und 3,9 m breite Vorraum wird Engelskapelle genannt, denn
hier verkündeten am Ostermorgen zwei Engel den Frauen, die das Grab
besuchen wollten und es leer fanden: "Er ist nicht hier, sondern er
ist auferstanden" (Lk 24,6). In der Mitte der Kapelle steht ein
Marmorschrein, der ein Stück jenes Rollsteines enthalten soll, der das
Grab Jesu verschloss. Ein schmaler Durchgang führt zur Grabkammer, der
wohl kleinsten und zugleich ehrwürdigsten Kapelle der Christenheit.
Rechts sieht man die mit Marmor verkleidete Grabbank, auf der der
Leichnam Jesu bis zur Osternacht ruhte. Um 23.30 Uhr zelebrieren die
orthodoxen Griechen in der Grabkapelle einen Gottesdienst, um 2.30 Uhr
die Armenier und um 6.30 Uhr (sonntags um 5.30 Uhr) die Katholiken. An
der Rückwand der Kapelle besitzen die Kopten seit dem 15. Jh. eine
eigene bescheidene Andachtsstätte, von der aus ein Stück des
Grabfelsens zu sehen ist. |
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Der
niedrige Eingang zum sogenannten Grab des Josef von Arimatäa, einem
jüdischen Familiengrab aus der Zeit Jesu. Wir erinnern uns: Josef aus
Arimatäa, ein heimlicher Anhänger Jesu, erbat von Pilatus den Leichnam
und bestattete ihn in dem neuen Grab, "das er für sich selbst in
einen Felsen hatte hauen lassen" und das in dem Garten lag, in dem
man Jesus gekreuzigt hatte (Mt 27, 57-60; Joh 19,38-41). Als Ersatz für
das nunmehr von Jesus belegte bzw. für das nach der Auferstehung als
geheiligte Stätte der Christenheit zugehörige Grab hatte sich Josef
dieses neue Grab schaffen lassen. |
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Abendmahlssaal Die
Stelle der heutigen Dormitiokirche nahm in byzantinischer Zeit eine riesige
fünfschiffige Basilika, die Hagia Sion, ein. Sie wurde im 4. Jh. über einer
kleinen Kirche erbaut, die den ersten und auch den zweiten jüdischen Aufstand
unzerstört überdauert haben soll, weil sie außerhalb der damaligen
Stadtmauer stand. Dieses Kirchlein, "Mutter aller Kirchen" genannt,
erinnerte an das Obergemach, in dem Jesus mit seinen Jüngern das Ostermahl
des Neuen Bundes einnahm. An dieser Stätte wusch Jesus den Jüngern die
Füße (Joh 13,1-10), sagte er die Verleugnung des Petrus (Joh 13,38) und den
Verrat des Judas (Joh 13,21-20) voraus, stiftete er die heilige Eucharistie
(Abendmahlssakrament; Lk 22,15-20). Nach der Himmelfahrt erlebten die Jünger
hier die Herabkunft des Heiligen Geistes (Apg 1,12-14; 2,1-4).
Wo dieses Obergemach tatsächlich lag, wissen wir nicht, denn kein
Evangelientext enthält einen genauen Hinweis. Aber die christliche Tradition
sah die heilige Stätte schon sehr früh auf dem Zion. Das Haus an der Stelle
der kleinen Kirche gehörte den Eltern des Evangelisten Markus und wurde bald
zum Mittelpunkt der Jerusalemer Urgemeinde.
614 fiel die Zionskirche dem Persersturm zum Opfer, erstand bald danach wieder
und wurde von den Kreuzfahrern als dreischiffige Basilika ausgebaut, die 1219
wiederum zerstört wurde. 1333 erhielten die Franziskaner von Sultan Malek en-Naser
den Teil des Grundstücks, auf dem die frühchristliche Kirche stand. Die
Königin von Neapel ließ darauf ein zweistöckiges Gebäude errichten, das
eine Kapelle und den Abendmahlssaal umschloss.
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Auf
dem Weg zum Abendmahlssaal verlassen wir die Altstadt durch das Zionstor
(hebräisch Sha'ar Ziyyon). Es ist der Zugang zum armenischen
und jüdischen Viertel. In seiner jetzigen Gestalt geht es auf die
Mamelucken zurück, unter den Türken wurde es erneuert. In römischer
Zeit war es das südliche Haupttor. An mehreren Stellen des Mauerwerks
sind römische und fränkische Architekturteile eingefügt.
Unübersehbar sind die Einschüsse aus dem Sechs-Tage-Krieg von 1967.
Israel besetzte damals den arabischen Teil der Stadt. |
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Wir
erreichen den
eindrucksvollen Abendmahlssaal, der gut erhalten ist. Zwei Säulen tragen das
frühgotische Spitzbogengewölbe. Unter der Türkenherrschaft war der
Raum in eine Moschee verwandelt worden, wovon noch die Fenster und die
Gebetsnische Zeugnis geben. |
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Das Grab Davids Im
Erdgeschoss des zweistöckigen Gebäudes (unter dem Abendmahlssaal),
dessen Decke zwei schwere quadratische Pfeiler tragen, war der Saal der
Fußwaschung. Die beiden hinteren Räume, die man wohl erst im 16. Jh.
abteilte, sind von Mauerwerk des 2. Jhs. umgeben. Die nach Norden zum
Kreuzigungshügel Golgota ausgerichtete Apsis beweist die Existenz einer
früheren Synagogenkirche. Vor der Apsis steht das Kenotaph Davids, das die Moslems im
16. Jh. hier aufstellten. Kenotaph ist ein leeres Grabmal zur Erinnerung an
einen Toten, der jedoch an anderer Stelle begraben ist.
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Das
Grabmal, auf dem heute silberne Thorarollen stehen, hat die Form eines
römischen Sarkophages und ist in eine bestickte Decke gehüllt. Das
Grab Davids wird hier erst seit dem 12. Jh. verehrt, zuerst von den
Christen, im späten Mittelalter von den Moslems, und seit 1948 auch von
den Juden, die in einem Nebengebäude eine Talmudschule unterhalten. Es
gilt heute als sicher, dass König David hier niemals bestattet war;
vermutlich wird man sein Grab und die Gräber seiner Nachfolger
irgendwann am Westhang des Tyropoiontales entdecken, denn sie fanden
ihre letzte Ruhestätte ja in der Davidstadt (1 Kön 2,10). |
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Am
Ausgang des Davidsgrabes findet sich diese besonders prachtvolle Mesusa.
Mesusa nennt man die kleine Pergamentrolle, die in einem Behälter an
den Türpfosten des jüdischen Hauses angebracht wird. Sie enthält das
"Schema Israel" und andere Texte (vgl. Dtn 6,4-8). Beim Verlassen der
Wohnung berührt der Gläubige die Mesusa mit den Fingerspitzen, küsst
sie und spricht dabei: "Gott schütze mich bei meinem Fortgehen und
bei meinem Ankommen, jetzt und in Ewigkeit." |
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