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Die
Ziele
unseres Ausflugs am 8. Mai waren: Nazaret und Sepphoris (Zippori).
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Nazaret
Die Familie von Jesus kam aus Nazaret, einer kleinen Stadt, die damals so
unbedeutend war, dass sie nicht in den historischen Quellen der Zeit erwähnt
wird. Sie klebte an einem Hang über einem kleinen Tal in den Bergen
Galiläas. Die Stadt ist um eine kleine Quelle herum entstanden, die sich am
Fuße des Hügels befindet. Die Einwohner waren Landwirte, die Weizen und
Gerste in den Tälern und Oliven an den Hängen der umliegenden Hügel
anbauten. Die Vorräte bewahrten sie in Grotten auf, die sie aus dem weichen
Kalkfelsen unter den Häusern gehauen hatten.
Zwei Begebenheiten aus Nazaret werden in den Evangelien erwähnt: die
Verkündigung (Lk 1,26-27) und die Ablehnung Jesu in seiner Heimat (Lk
4,16-30).
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Blick
über das heutige Nazaret. In der Mitte die erst in den Jahren 1960-69
erbaute Verkündigungsbasilika mit ihrer leuchtturmartigen Kuppel. |
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Eine
der zahlreichen Kirchen in Nazaret: Die
griechisch-orthodoxe St. Gabriel Kirche. |
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Nazarets
einzige Quelle entspringt westlich der Gabrielskirche in einer 10 m unter der Erdoberfläche gelegenen Höhle,
von wo aus ein 17 m langer Aquädukt das Wasser an die Oberfläche
leitet. Die alte Brunnenöffnung findet sich heute in der Krypta
unterhalb des Altars der Gabrielskirche, erreichbar über sechs Stufen.
Nach dem Protevangelium (erstes Evangelium; behandelt die
Kindheitsgeschichte Jesu) des Jakobus, das der griechisch-orthodoxen
Tradition zugrunde liegt, fand die Begegnung der Maria mit dem
Erzengel Gabriel nicht in ihrem Haus statt, sondern an diesem Brunnen. -
Das kostbare Quellwasser (15.000 Liter täglich) wird heute in modernen
Zisternen aufgefangen und in das Wasserleitungsnetz eingespeist. |
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Eine
Kirche an der Quelle erwähnte erstmals der russische Abt Daniel im Jahr 1106/07. Es handelte sich dabei um einen vermutlich nach 630
errichteten Rundbau, der um die Mitte des 8. Jhts. zerstört und später
von den Kreuzfahrern erneuert worden war. Im Jahre 1767 erbauten die Griechen
am selben Ort die heutige St. Gabriel Kirche, die griechische Verkündigungskirche. Ihre
großartige Ikonostase (mit Ikonen bedeckte Trennwand zwischen Volk und
Altarraum) stammt noch aus dem Gründungsjahr. |
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Die
"Alte Synagoge" steht im lärmenden Basar Nazarets neben der
Pfarrkirche der griechisch-katholischen Melchiten, die das Heiligtum
behüten. Sie geht auf das 6. Jht. n. Chr. zurück und ist vielleicht
auf denselben Fundamenten erbaut worden, wie die Synagoge, in der Jesus
Lesen und Schreiben gelernt und in der er seine begeisternde
Jesajapredigt gehalten hat. (Vgl. Lk 4,16-30) |
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Die
Basilika der Verkündigung wurde unter Beteiligung vieler Nationen über
den Resten früherer Gotteshäuser als Doppelkirche errichtet. Im Bild
die vom italienischen Künstler F. Verocco gestaltete Marienstatue über
dem Südportal. Maria erscheint als eine für die Botschaft Gottes und
die damit verbundene Verantwortung offene Frau. |
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Vom
Westportal aus gelangt man durch eine Vorhalle zunächst in die
Unterkirche. Sie beherbergt die Reste der früher hier erbauten Kirchen
sowie die Verkündigungsgrotte. |
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Der
Grotte der Menschwerdung gegenüber ist ein Altar aufgerichtet. Vier
antike Säulen mit brennenden Lampen flankieren den Eingang zum
Heiligtum. |
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Auf dem Altar steht die lateinische Inschrift:
"Verbum Caro Hic Factum Est". Das heißt: "Hier ist das
Wort Fleisch geworden". Es ist der Ort, wo der Engel Gabriel und
Maria sich folgenreich begegnet sind. Aus diesem tiefsten Punkt der unteren
Kirche, gleich einer intimen Zelle, entfaltet sich die ganze
Kirche heraus. - Eine ärmliche Felsenhöhle, eine von
vielen in nächster Umgebung, in denen die Bewohner von Nazaret gewohnt
haben. Aber nur diese eine wurde schon im 2./3. Jht. mit Malereien und
Zeichnungen, die die Gottheit Jesu verherrlichen, ausgestattet. |
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Die
Wandflächen der Oberkirche geben beredtes Zeugnis von dem, was Maria
einst in ihrem Lied sang: "Siehe, von nun an preisen mich selig
alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein
Name ist heilig." (Lk 1,48f) Zahlreiche Länder haben hier in
Mosaik, Fresko, Skulptur oder anderen Techniken ihren Lobpreis der
Mutter Gottes gestaltet. Da die Fülle der Weihegeschenke nicht
genügend Platz in der Basilika fand, wurde ihre Reihe in den Arkaden
des Vorplatzes fortgesetzt. |
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Ausschnitt
der Bronzetür, die auf der Nordseite den Haupteingang zur Oberkirche
bildet. Gestaltet wurde sie vom niederländischen Künstler N.
Steenbergen. Thema ist die "Kirche aus den Heiden". Neben
einer Darstellung der Geschichte des Propheten Jona, der unter die
Heiden geschickt wurde, ist hier die Verehrung des Jesuskindes durch die
drei Weisen aus dem (heidnischen) Morgenland zu sehen. - Vor dieser Tür
liegt unter einer trapezförmigen Terrasse geschützt ein Areal mit
Ausgrabungen von Siedlungsresten des alten Nazaret. |
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Jüngere
Ausgrabungen haben gezeigt, dass das unbedeutende Nazaret der Zeit Jesu
innerhalb des großen Talkessels auf dem kleinen Hügel, auf dem heute
der Franziskanerkonvent steht, gelegen war. Reste von Felsenwohnungen,
Keller mit ihren in Felsen gehauenen Treppen, Zisternen und
Getreidespeichern sowie Tonscherben aus der Spätbronzezeit bis zur
Römerzeit beweisen zur Genüge, dass dieser Platz zur Zeit Christi
bewohnt war. |
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Im
Bild eine für die damalige Zeit wohl typische Wohnhöhle. Im Sommer war
es hier angenehm frisch, im Winter, dadurch, dass man sich den
Lebensraum mit Tieren teilte, nicht zu kalt. |
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Der
tieferen Höhle vorgelagert vielleicht eher so etwas wie der
"Empfangsraum". |
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Sepphoris
(Zippori) war eine jüdische Stadt, die der unterlegenen Dynastie der
Hasmonäer treu geblieben war. Letztere hatte die Unabhängigkeit für die
Juden erreicht und für 150 Jahre das jüdische Volk in seinem eigenen Land
regiert. Diese Unabhängigkeit nahm jedoch ein Ende, als die Römer die Region
einnahmen und im Jahre 55 v. Chr. Sepphoris zur Hauptstadt von Galiläa
ernannten.
Die Einwohner muckten auf und schlugen sich auf die Seite der Rebellen gegen
Rom. Als Folge wurde die Stadt eingenommen und von Herodes dem Großen
befriedet. Nach dessen Tod 4 v. Chr. rebellierte Sepphoris erneut und wurde
von den Truppen des Römers Varus gebrandschatzt und geschleift.
Kaiser Augustus teilte nun das Königreich von Herodes unter seinen drei
Söhnen auf. Herodes Antipas erhielt Galiläa. Er nahm sofort ein massives
Bauprojekt in Sepphoris in Angriff, um dieses zu seiner Hauptstadt zu
ernennen. Zwanzig Jahre später jedoch errichtete er eine neue Hauptstadt am
See Genezareth und nannte sie, zu Ehren des damals regierenden Kaisers,
Tiberias.
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Die
Stadt lag an einem Hügel über dem fruchtbaren Beit Netufa-Tal und
beherrschte die Hauptstraße, die Akko an der Mittelmeerküste in
östlicher Richtung mit den Ländern Arabien, Persien und Indien
verband. |
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Das
Gebäude mit dem "Nil-Mosaik" wurde im 5. Jht. errichtet und
war bis zum Ende des byzantinischen Reiches (1453) bewohnt. Alle Böden
sind mit farbigen Mosaiken belegt. Das größte davon bildet ein
faszinierendes Kunstwerk, welches ägyptische Feierlichkeiten
anlässlich der Nilflut darstellt. Im Vordergrund verschiedene
Jagdszenen. Darüber eine Reiterprozession, die auf Alexandria zusteuert,
um gute Nachrichten zu überbringen. Alexandria wird durch die
griechische Inschrift identifiziert, die links über dem Stadttor
aufscheint. Ein hoher Turm auf der rechten Seite des Stadttors stellt
den "Pharos", den berühmten Leuchtturm von Alexandria, dar,
eines der sieben Weltwunder. Der Pfeiler rechts, auf dem eine Statue zu
sehen ist, ist vermutlich die aus dem 3. Jht. n. Chr. stammende Pompeji
Säule, die dem Kaiser Diocletian gewidmet war. |
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Im
Ausstellungsraum der Kreuzfahrer-Zitadelle einige am Ort gefundene
Öllämpchen, wie sie zur Zeit Jesu benutzt wurden. |
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