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Am
5. Mai besichtigten wir Tell Beer Sheva , fuhren nach Cäsarea maritima
und kamen auf dem Weg nach Galiläa zum Karmelberg.
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Soooo
klein! Blüte und Samen eine Senfbaumes.
"Das Reich Gottes gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste
von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät,
dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt
große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten
können." (Mk 4,31f) |
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Beerscheba Jüngere
Ausgrabungen haben gezeigt, dass die Besiedlung der Gegend bis ins 3. oder
4. Jahrtausend vor Christus zurückgeht. Wahrscheinlich war die Siedlung
ein wichtiger Kreuzungspunkt der großen Handelswege aus dem phönizischen
Gebiet nach Ägypten und aus dem Mittelmeerraum zum Roten Meer. Der Schatz
dieses Ortes sind die Brunnen im Wadi Scheba; sie waren für die
Handelsstraßen wichtig, aber auch für die Nomaden.
Das Beerscheba Abrahams war kein einsamer Ort in der Wüste, sondern lag
in bereits lange besiedeltem Gebiet. Abraham kam etwa fünfzehnhundert
Jahre später in diese Gegend (um 1750 v. Chr.). Von hier brach er mit
Isaak auf, um den Sohn zu opfern; hierher kam er zurück (Gen 22,19).
Isaak kehrte wieder nach Beerscheba zurück und grub den alten Brunnen
auf, nachdem er wegen Missernte seinen Lagerplatz im Südland verlassen
musste (Gen 26). Isaak baute hier dem Herrn einen Altar (Gen 26,25). |
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Das
dazugehörige Senfbäumchen. In der Tat waren die Anfänge der
"Jesus-Bewegung" sehr bescheiden und lokal begrenzt. Doch es
sollte sich etwas Großes daraus entwickeln. |
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Beerscheba
liegt an der Südgrenze Palästinas ("von Dan bis Beerscheba").
Der Name bedeutet: Siebenbrunn oder Eidbrunn. Abraham hatte hier einen
Brunnen gegraben, den er und später seine Nachkommen Isaak und Jakob
gegen die Philister verteidigen mussten (vgl. Gen 21,25ff; 26,15ff;
46,1ff). Der tiefe Brunnen liegt außerhalb der Siedlungsmauer; so
konnten sich Handelskarawanen und Heerestruppen mit Wasser versorgen,
ohne die Bewohner zu behelligen. |
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Einer
der vier Räume des inneres Stadttors. Auf der umlaufenden Steinbank
saßen die Ältesten, um die rechtlichen Angelegenheiten des Dorfes zu
regeln (vgl. Dtn 22,15; 25,7; Rut 4,1-12; Ps 69,13; Spr 22,22; Sir 7,7;
Jes 29,21). Natürlich achtete man auch darauf, wer in die Siedlung
hineinging. Wir können uns Ps 31,1 darauf hin gedichtet
vorstellen: "Seht doch, wie gut und schön ist es, wenn Brüder
miteinander in Eintracht wohnen." |
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Eine
kleinere Zisterne (die Vorderfront ist weggebrochen). Wasser war und ist
in dieser kargen Landschaft ein kostbares Gut. In wohlhabenderen
Siedlungen hatte jedes Haus seine Zisterne. |
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Blick
vom Wachturm aus über die Siedlung Richtung Toranlage. Das im
Hintergrund sichtbare Wadi Scheba führt nach den ergiebigen
Regenfällen dieses Jahres immer noch etwas Wasser. |
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Ein
rekonstruierter Opferaltar. Einen solchen hat man in dieser Siedlung
gefunden. War hier ein kanaanitisches Heiligtum? |
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Ein
in der Nähe weidendes Dromedar mit Jungem. Ein wertvolles Reit- und
Tragetier, das wunderbar an die Bedingungen in der Wüste angepasst ist. |
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Cäsarea maritima Als
notwendige Hafenstadt und zur Ehrung seines kaiserlichen Schutzherrn Augustus
machte Herodes der Große in zwölf Jahren aus einem Fischerdorf eine moderne
Stadt: "Kaisaría" (griechisch), "die Kaiserliche", die
zum Unterschied von der gleichnamigen Stadt im späteren Gebiet des Tetrarchen
Philippus "Caesarea maritima" (Cäsarea am Meer) oder auch, weil sie
im Philistergebiet lag, mit vollem Namen "Caesarea Palaestinae"
genannt wurde.
Herodes der Große (bis 4 v. Chr.) und sein Sohn Archelaus (bis 6 n. Chr.)
benutzten sie als Sommerresidenz und wohl auch als besondere
Repräsentationsresidenz; ebenso auch später Agrippa I. (41-44). Die
römischen Prokuratoren ("Landpfleger") für Judäa und Samaria
hatten hier ihren Amtssitz, und zwar im ehemaligen Palast der Könige. Nur zu
den Festzeiten und bei besonderen Anlässen residierten sie vorübergehend in
Jerusalem.
Cäsarea war eine gut geplante Stadt, mit parallelen und sich kreuzenden Straßen, mit Tempel, Theater, Amphitheater, Märkten und Wohngebieten. Die
Wasserversorgung wurde durch einen Äquadukt sichergestellt, der das Wasser
aus einer 7,5 km weit entfernten Quelle in die Stadt führte.
Die Bevölkerung von Cäsarea setzte sich aus Juden und Heiden zusammen und
die Zwistigkeiten zwischen diesen beiden Gruppen, war einer der Hauptgründe,
die zum Ausbruch des jüdischen Aufstandes gegen die Römer im Jahre 66 n. Ch.
führten. Cäsarea war die Basis der römischen Legionen, die den Aufstand
unterdrückten und hier wurde der Heerführer Vespasian zum Kaiser ausgerufen.
Die Stadt erhielt den Status einer "Colonia" und nach der
Zerstörung Jerusalems wurde sie die größte und wichtigste Stadt im Land.
Durch ihren Hafen und als Sitz der römischen Prokuratoren, war Cäsarea auch
das Zentrum bei der Unterdrückung des Bar-Kochba Aufstandes.
Im 3. und 4. Jht. n. Chr. lebten in Cäsarea Heiden, Samariter, Juden und
Christen, unter ihnen jüdische Schriftgelehrte und die Kirchenväter Origenes
und Eusebius. Die Apostelgeschichte, das Dokument der Ausbreitung des
Christentums unter den Heiden, führt den Leser immer wieder nach Cäsarea: zu
dem Offizier Kornelius (Apg 10,1.2); zu den Prokuratoren, vor denen Paulus
sprach; zu König Agrippa I., der sich im Theater, dessen blaue Kulisse das
Meer war, wie ein Gott preisen ließ. In einer solchen Stadt setzte auch die
christliche Mission in neuer Sprache an: hier war ein Wirkungsfeld des Diakons
Philippus (Apg 8,5-8).
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Das
älteste in Israel gefundene Theater erbaut von Herodes dem Großen.
Zwei Sitztribünen bieten insgesamt 4.000 Personen Platz. |
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Blick
auf den Palast, in dem sich Paulus vor den Prokuratoren und vor König Herodes Agrippa
verantworten musste (Apg 25,13 - 26,32). Im Prätorium (so der Name für
den Palast als Residenz des Prokurators) war Paulus sehr lange Zeit in
Haft, bis er aufgrund seines Appells an den Kaiser nach Rom überführt
wurde (Apg 25-27). |
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Der Berg Karmel Die
nicht sehr hohe (Spitzengipfel 552 m), aber wegen ihrer Lage zwischen
Mittelmeer und der Ebene Jesreel auffallende Bergkette des Karmel (etwa 20 km
lang) ist uraltes Siedlungs- und Kultgebiet. In den steinernen Annalen des
ägyptischen Königs Thutmosis III. wird der Karmel (d. h. "der
Baumgarten") "das heilige Kap" genannt; damit ist das Gebirge
als Kultbereich bereits für die Zeit um 1450 v. Chr. belegt; man darf aber
annehmen, dass der Kult im Karmel bis in die Steinzeit zurückreicht. Die
kanaanitischen Bewohner bzw. die phönizischen Beherrscher des Karmel
verehrten hier einen Baal, dessen Kultstätte unter dem Nordreichkönig Ahab
(875-854 v. Chr.) von dem Propheten Elija für Jahwe erobert wurde (1 Kön
18). Auch die späteren Landesherren behielten den Kultort bei: In
hellenistischer Zeit (seit dem 4. Jahrhundert v. Chr.) wurde hier der
griechische Zeus verehrt.
Die Fruchtbarkeit des Karmel an Wein und Oliven war in biblischer Zeit
sprichwörtlich. Häufiger Regen, reicher Tau und große Zisternen glichen den
Quellwassermangel aus. Der Karmel als "Berg des Herrn Elija" geht
auf die Erzählung vom Gottesurteil zurück, das Elija im Kampf mit dem
Baalspropheten zeigt. Der Baalsaltar, wo das Gottesurteil stattfand (1 Kön
18), stand vielleicht im Flurgebiet el muchraqá ("Ort der
Verbrennung"). Die Lage am Südostende des Höhenzuges (514m) bietet
alles, was zu diesem Vorgang gehört: einen hervorragenden Altarpunkt; Raum
für Pilger; eine Quelle; die Nähe des Kischonbaches, wo Elija die
Baalspropheten niedermachen ließ und eine nicht zu weite Entfernung bis
Jesreel, wohin Elija Ahabs Wagen vorauslief (etwa 20 km).
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Sicht
vom Karmelberg aus über die Jesreel-Ebene. Diese muss in biblischer
Zeit ein sehr fruchtbares Gebiet gewesen sein, wie auch heute wieder,
nach mühsamer Kultivierungsarbeit durch die Israelis. Schon der Name
Jesreel weist auf Fruchtbarkeit hin; er bedeutet "Gott sät". |
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Die
Jesreel-Ebene und ihre bewegte Geschichte wird in den Worten der Schrift
wieder lebendig. |
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Blick
Richtung Osten. Im
Vordergrund die Jesreel-Ebene. Am Horziont, leicht links von der Mitte,
ist auf der Erhebung Nazaret zu sehen. Andeutungsweise dahinter die
Spitze des Berg
Tabor. Rechts als Erhebung der Hügel Moreh. |
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Der
lebensmüde Elija wird von einem Engel neu gestärkt (vgl. 1 Kön
19,4f). Relief in der Kapelle auf dem Karmelberg. |
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