|
Der
3. Mai führte unsere Gruppe zu Makhtesh Ramon (Riesenkrater) und nach
Timna.
|
|
Timna Park Das 30 km
nördlich von Elat (am Roten Meer) gelegene Timnatal ist eine Landschaft von
großartiger, herber Schönheit mit phantastischen, oft skurrilen
Felsformationen, die im Laufe von Jahrmillionen durch Erosion entstanden sind.
Hier befanden sich einst die größten Kupferminen des Altertums.
Bereits in der Kupfersteinzeit (4000-3100) begannen vorbeiziehende Nomaden aus
den vom Wind freigelegten Kupfererzklumpen das Metall herauszuschmelzen. In
der frühen Bronzezeit (3100-2850) trieben erfahrene Mineure erste Galerien
und Schächte in den weißen Sandstein. Sie schmolzen das zerstampfte Erz mit
Holzkohle, pulverisierten Muschelschalen und Eisenoxiden. Blasebälge mit
tönernen Blasrohren brachten das Gemisch auf Temperaturen bis zu 1350° C.
Die frühbronzezeitlichen Schmelzöfen von Timna sind die ältesten bisher
entdeckten.
Die Pharaonen des Neuen Reiches (14. - 12. Jht. v. Chr.) entsandten 200 bis
800 Mann starke Expeditionen nach Timna, um das begehrte Metall zu gewinnen.
Bald aber überließen sie die Kupfergewinnung den Midianitern, mit denen sie
sich arrangiert hatten. Ab dem 10. Jht. v. Chr. waren es die israelitischen
Könige, allen voran Salomo, die das Kupfer abbauen ließen, ab dem 2. Jht. v.
Chr. dann die Römer.
|
 |
|
Blick
nach Osten während der Fahrt durch den Negev. Die Gebirgszüge gehören
bereits zu Jordanien. |
|
 |
|
Unser
Bus, gelenkt von einem palästinensischen Busfahrer, führte uns zu
allen Zielen unserer Tagesfahrten und auch wieder gut zurück. |
|
 |
|
Wir
sind im Timna-Park angekommen, ganz im Süden des Negev. Es ist sehr
heiß. Hier geht es zu den uralten Kupferminen. |
|
 |
|
Mit
etwas Mühe kann man durch die teilweise sehr engen Schächte krabbeln,
die Minenarbeiter vor Tausenden von Jahren auf der Suche nach Kupfer mit
dem Pickel gegraben haben. |
|
 |
|
Von
den "Bögen" bis zum "Pilz" konnte nun jede und
jeder sich seine eigene Wüstenerfahrung erwandern. Natürlich waren wir
mit genügend Wasser und mit Kopfbedeckung ausgerüstet. Sonst hätten
wir womöglich bei 43° C im Schatten noch allerhand Phantasien und Fatahmorganas
erlebt.
Hitze - Stille - Einsamkeit - Durst. |
|
 |
|
Wie
abwechslungsreich doch diese Wüstengegend ist. Jeder überstiegene
Hügel überrascht mit neuartigen Aussichten. |
|
 |
|
Die
verschiedenen Gesteinsschichten eines Felsens werden hier in einem natürlichen
Querschnitt wunderbar deutlich. |
|
 |
|
Wie
überlebt dieser Baum in solcher Hitze? Er begnügt sich im Moment wohl
mit der spärlichen Feuchtigkeit des Morgentaus, bis dann irgendwann
einmal wieder Regenwasser seine Wurzeln tränkt. |
|
 |
|
Vor
mir liegt die "Pilz" genannte Steinformation, das Ziel der
Wanderung und unser gemeinsamer Treffpunkt. Noch ein bisschen im
Schatten verweilen und die atemberaubende Landschaft genießen. |
|
 |
|
So
oder ähnlich lag schon einmal jemand unterm Ginsterstrauch in der
Wüste. Es war der Prophet Elija, der seinen triumphalen Erfolg gegen
die Baalspriester damit bezahlte, dass er selbst um sein Leben bangen
musste. Er flüchtete vor der Königin Isebel in die Wüste und wollte
nicht mehr leben. Das war vor ca. 2900 Jahren (vgl. 1 Kön 18-19). |
|
 |
|
Aussichtsstelle
bei den Säulen Salomos. Formationen aus rotem Sandstein.
Feuchtigkeit sickert in die Spalten und lässt den Felsen abbröckeln.
Die äußere Schicht des Steins widersteht der Erosion besser, so dass
lange Zwischenräume und sogar ganze Figuren wie Pilz oder Säule auf
natürliche Weise aus dem Felsen herausgearbeitet werden. |
|
 |
|
"Der
Herr ist König. Die Erde frohlocke. Berge schmelzen wie Wachs vor dem
Herrn, vor dem Antlitz des Herrschers aller Welt." (vgl. Ps 97,1-5)
Beim Anblick dieser unterhöhlten Felswände könnte man tatsächlich
die Assoziation schmelzender Berge aus Wachs haben. |
|
 |
|
Direkt
an die Felswand schließt sich ein 9 x 7 m großer Hathortempel aus dem
13. und 12. Jh. v. Chr. an. Nach 1150 v. Chr. wandelten midianitische
Bergleute den Tempel in ein Zeltheiligtum um, das an die Stiftshütte
der Israeliten erinnerte. Jitro (Jethro), der Schwiegervater des Mose,
war midianitischer Priester (Ex 3,1), und von den Nomaden Arabiens
könnten die Israeliten durchaus die Zeltform der frühen Stiftshütte
(Bundeszelt) übernommen haben. |
|
 |
|
Auf
die Midianiter gehen die Stelenreihe, eine Opferbank und der
Priesterraum zurück, und auch die Kupferschlange mit vergoldetem Kopf,
die Rothenberg im Tempelnaos (Naos: Hauptraum des Tempels, in dem das
Götter- oder Kultbild stand) fand, war midianitischen Ursprungs. Die
Untersuchung der frühesten Schichten des Naos ergab übrigens, dass der
Platz unter dem Felsvorsprung schon in der jungen Steinzeit (oder
Kupfersteinzeit. Chalkolitikum: 4000 bis 3100) ein Heiligtum war. |
|