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Alle Menschen haben Zugang zu Gott, aber jeder einen anderen. Gerade in der Verschiedenheit ihrer Eigenschaften und ihrer Neigungen liegt die große Chance des Menschengeschlechts. Martin Buber |
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Was ist das Ziel?Das Ziel der Bibelarbeit ist einfach: Alle, die sich damit beschäftigen, sollen ein Gespür dafür bekommen, dass Gott durch die Bibel ein lebendiges, wichtiges Gespräch mit uns anknüpfen will, ein Gespräch, das nichts mit schwierigen Worten zu tun hat, sondern mit dem Leben, das ja schon schwierig genug ist. Die Worte der Bibel verlieren ihren Sinn, wenn ihr vergesst, dass sie Worte eines Gespräches sind. So sehr ihr auch nach dem Sinn suchen mögt, ihr werdet ihn nicht finden. Die Worte der Bibel sind wie ein Samenkorn: Den Sinn, den sie für uns haben, offenbaren sie nur, wenn sie in den Boden des Lebens gesät worden sind. Dort verwandelt sie das Leben, und die Blüte erscheint. An der Blüte erkennt ihr den Sinn des Samenkorns. Carlos Mesters |
Einleitende Fragen
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Unter "Bibel-Teilen" kann man Verschiedenes verstehen. Immer ist jedoch gemeint, dass sich Menschen in der Absicht zusammenfinden, das Wort, das Gott heute an uns richtet, gemeinsam und betend zu hören und im Alltag zu leben. Es haben sich verschiedene Methoden entwickelt je nach Lebensumständen und Kultur.
(Methoden 1 bis 4 wurden vom LUMKO-Pastoralinstitut in Südafrika entwickelt)
Oft fällt es schwer, die Bedeutung der Bibel für unser heutiges Leben zu
erkennen. Es klingt irgendwie alles verstaubt und fremd im Hinblick auf moderne
Fragen und Probleme. Dass biblische Texte dennoch hoch aktuell sind, kann man
entdecken, wenn man sie transformiert, d.h. wenn man versucht, die Grundaussage
des Textes in ein neues Gewand zu kleiden.
Zuerst gilt es hierbei, sorgsam die wirkliche Aussage eines Satzes in der Tiefe
zu erfassen. Dann schaue ich, ob und wie es mir möglich ist, mir den ausgedrückten
Gehalt zu eigen zu machen. Schließlich versuche ich, auf meine Weise und mit
heute geläufigen Worten die Sache in Worte zu fassen.
Besonders gut eignen sich hierzu die Psalmen und andere lied- bzw. gebetsartige
Texte der Bibel. Eine Texttransformation lässt sich gut alleine erstellen;
interessanter wird es, wenn eine Gruppe nach dieser Methode arbeitet, so dass am
Ende die verschiedenen Ergebnisse vorgestellt werden können. Natürlich kann es
dann nicht um die Frage gehen, wer die "beste" Version erstellt hat;
vielmehr gilt es, in jedem Text den Schatz zu finden, der zur gegenseitigen
Bereicherung beiträgt. Beispiele:
Bibliodrama lädt dazu ein, die Bedeutung biblischer Texte für die persönliche Glaubenssituation zu entdecken. Es bietet die Möglichkeit, in die Texte einzutreten und macht diese dadurch befragbar. Der von der Exegese beschworene "garstige Graben der Geschichte", der sich zwischen dem Text der Heiligen Schrift und uns modernen Menschen auftut, scheint mit dieser Methode eine Brücke gefunden zu haben. Die Texte beginnen zu reden, und jede/jeder kann mit ihnen ins Gespräch kommen, ohne vorher ein Theologiestudium absolviert haben zu müssen. Der/die Teilnehmer/in kann erleben, wie sich seine/ihre eigenen Erfahrungen mit denen des Textes verweben. Darin liegt vermutlich der Grund für den Erfolg von Bibliodrama: Endlich reden die Texte wieder; eine neue biblische Spiritualität wird möglich.